Die seltsame Welt von Max Neumann

Max Neumann, Espace d'Art Contemporain André Malraux, 4 rue Rapp - F-68 000 Colmar (tél : 03 89 24 28 73), bis zum 26. Mai 2002.

par Alain Jean-André

Wenn man die Malerei und Zeichnungen von Max Neumann antrifft, tritt man in Verbindung mit einer seltsamen Welt : Darstellende Bilder, die unrealistisch sind ; Personen, Tiere, Gegenstände ( aber muß man diese Bezeichnungen verwenden ? ), die dem schon Gesehenen nicht ähneln. Vor den Gemälden dieses deutschen Künstlers, ist man in eine gleichzeitig einfache und rätselhafte Welt getaucht.

Wie kann der Plastiker eine solche Intensität erreichen ? Er benutzt traditionelle Methoden : Er zeichnet, er malt, er leimt Papier auf eine Leinwand ; er benutzt verschiedenartige Techniken, aber erhält Gemälde einer großen Einheit. Bilder großer Formate, mit kräftigen Kontrasten, zum Beispiel diese Silhouette eines großen Hundes, die auf die Krümmung der Erdkugel springt.

Der niederländische Schriftsteller Cees Noteboom, der ein Buch mit Max Neumann verwirklicht hat, hat über ihn bemerkt : « Eine geheimnisvolle Einfachheit umgab ihn, als ob er zu einer anderen Sorte Mensch, als Andere, gehörte. Dieser Eindruck des Geheimnisvollen verstärkte sich noch, als ich seine Bilder und Zeichnungen zum ersten Mal sah. Die Welt, die ich in seinem Werk antraf, kam mir sehr vertraut vor, ohne daß ich fähig war, genau zu sagen warum. Später sah ich seine Werke in Barcelona und in Paris wieder und dort noch, weit von der deutschen Quelle, befand ich mich unter dem Reiz seiner seltsamen, eigenartigen Wesen. »

Ich teile diese Idee einer « geheimnisvollen Einfachheit », aber mit einer Spannung, die wie erstarrt an der Leinwand haftet, eine unterdrückte Kraft, eine Art des Wahnsinns fühlen lassend. Seltsame Malerei also, aber wie ein Bogen gespannt.


Übersetzung : Élodie Amant.

© Chroniques de la luxiotte.
(Mis en ligne le 18 mai 2002)